Von Great Britain in die Bretagne

Johanna ist seit gestern Abend wieder an Bord. Winne und Alfred haben am Vortag Johannas Einkaufsliste abgearbeitet und ordentlich Vorräte gebunkert. Jetzt steht die mit Aufregung erwartete Biskayaüberquerung an und Alfred, Winne und Johanna beratschlagen lange über die Wetterbedingungen. Das berühmte Azorenhoch mag sich einfach nicht etablieren. Im Gegenteil, alle zwei bis drei Tage ziehen Tiefdruckgebiete durch die Biskaya und ein Ende dieser Achterbahn ist nicht abzusehen. Also …

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Falmouth

Johanna und Chaja reisen am Freitag nach Frankfurt. Ein Taxi bringt sie am frühen Morgen zum Bahnhof Plymouth. Die lange Zugfahrt nach London und der Rückflug nach Frankfurt verlaufen problemlos. An diesem Morgen regnet es zum ersten mal seit wir in England sind. Das Wetter in England hatten wir uns anders, also eigentlich schlimmer vorgestellt. Am gleichen Tag spätnachmittags kommt Winne aus Berlin in Plymouth am Bahnhof an. Er war schon auf mehreren Törns auf der Ostsee auf der …

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Plymouth

Wir schlafen am Morgen lange und niemand hat Lust, sich mit dem Ablegen aus der schönen Mündung des Dart in Dartmouth zu beeilen. Und das, obwohl ein weiterer herrlicher Segeltag vor uns liegt. Der Bordalltag hat sich eingespielt und ist (fast immer) schön. Das Gezeitensegeln geht uns schon ganz routiniert von der Hand. Jetzt ist es aufregend, auf das westliche Ende Englands zuzufahren – dorthin von wo schon seit Jahrhunderten die Überquerung des Atlantik ihren Ausgang nimmt. Nicht …

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Dartmouth

Wir haben in der Warbarrow Bay übernachtet – Anker auf um 8 Uhr, so dass wir vor Beginn der Schießübungen aus dem Lulworth Gunnery Range sind. Der Wind kommt mit 8 kn aus ONO und wir versuchen Schmetterlingsegeln. Es geht zunächst gut, aber der Wind ist doch etwas schwach und nicht richtungsbeständig. Die Genua steht nicht gut und wir machen gaaaanz sacht eine – Patenthalse wäre dramatisierend. Schließlich baumen wir die Genua mit dem Spibaum aus und da läuft es! Wir freuen uns …

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Warbarrow Bay

Wir verlassen Cowes und segeln aus der Mündung des River Medina. Gerade noch rechtzeitig, denn in den Marinas gehen gerade große Crews in Uniform zur ersten Regatta auf die Boote. Wir wollen weiter nach Westen durch den Solvent. Der Wind kommt zwar achterlich aus O mit nur 5 kn, aber durch den Tidenstrom machen wir dennoch 7 kn Fahrt über Grund! Der Skipper sucht den Rausch der Geschwindigkeit und macht zusätzlich den Motor an und wir fahren 8,5 kn. Nach einer weiteren halben Stunden dreht …

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Classy Solvent

Wir legen in der Marina Haßlar gegenüber der Innenstadt von Portsmouth ab. Das frisch inspizierte Ruder tut seinen Dienst weiter klag- und tadellos. Vor uns liegt ein kurzer Schlag schräg über den Solvent nach Cowes. Die Strecke ist kurz, das Wetter gut, die Strömung von hinten haben wir abgewartet. Es könnte alles perfekt sein. Wären da nicht die etwa 2 Mio britischen Segler und Seglerinnen, die alle im Solvent unterwegs zu sein scheinen. Nicht nur, dass wir permanent veranlasst sind, …

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Portsmouth

Nach einem schönen Segeltag kommen wir auf die Bucht von Portsmouth zu. Der Schiffsverkehr nimmt stark zu: Containerschiffe laufen ein und aus und der Fährverkehr ist rege. Schon aus weiter Entfernung waren zwei große Fregatten der Royal Navy zu beobachten. Und auch beim Blick auf die Seekarte wird unmittelbar deutlich, dass dieser approach für Schiffe jenseits unserer Klasse ausgelegt ist. Später erfahren wir, dass seit 2017 zwei Flugzeugträger der Royal Navy hier stationiert sind. Für …

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Nach Brighton in Begleitung der Seven Sisters

Wir segeln gegen Mittag entlang der Küste vor Eastbourne und haben stundenlang das schönste Panorama von Beachy Head und den sich anschließenden Klippen Seven Sisters vor uns. Die Sonne scheint, wie jeden einzelnen Tag unserer englischen Segelreise, nur der Wind ist etwas schwach und die Strömung läuft länger als es im Gezeitenkalender steht gegenan. Wir machen nicht viel Strecke, aber angesichts der atemberaubenden Umgebung ist das gar nicht schlimm. Wir genießen den Ausblick und …

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Wieder unterwegs – nach Eastbourne

Wir verlassen um 5 Uhr morgens in der Dämmerung den Hafen in Ramsgate. Chaja schläft unbeeindruckt weiter. Der Wind ist eher schwach und legt sich schließlich fast ganz, so dass wir den Motor anwerfen müssen. Dennoch haben wir eine abwechslungsreiche Fahrt. Wir beobachten etwas entgeistert die unverdrossen badenden Engländer am Strand des Kernkraftwerkes Dungerness – ein wahrlich gespenstischer Anblick. Etwas später bekommen wir Besuch: ein irgendwie offiziell aussehendes Schnellboot …

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Aus der Themsemündung nach Ramsgate

Nach einer Nacht vor Anker auf der Themse fahren wir mit einer schnellen Portion Müsli als Grundlage los, Anker auf um 7 Uhr. Die Strömung schiebt uns aus der Themse, der Wind kommt allerdings gegen an, so dass wir etwas mühsam aus dem Mündungsdelta der Themse kreuzen, das aus schiffbaren Kanälen mit staatstragenden Namen wie Queens Channel und Princess Channel besteht. Der Wind frischt im Laufe des Tages etwas auf und wir drehen nach Westen ab, eine Himmelsrichtung der wir bis auf …

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Splendid London

Nachdem Chaja von ihrer Lehrerin Frau Schiemer mit einem *****-Zeugnis glücklich in die Sommerferien entlassen wurde, beeilen Johanna und sie sich, die Moana Blu einzuholen, die in den kundigen Händen von Alfred, Jörg und Mathias den Ärmelkanal gequert hat. Das Wiedersehen ist großartig, nicht zuletzt angesichts der Kulisse, in der es stattfindet: die Marina St. Katherine Docks, die am altehrwürdigen Ivory House (tatsächlich ein altes Elfenbein*-Speicherhaus) einen Steinwurf von der …

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Von Willemstad nach London

Erneuter Crewwechsel. Die Physiker gehen von Bord, Jörg und Mathias, ein Bekannter aus dem Frankfurter Segelverein kommen an Bord. Wir wollen gemeinsam nach London segeln. Obwohl die Nordsee nicht mehr weit ist, müssen wir noch einige Schleusen und Brücken überwinden.Die Volkeraksluizen liegt in Sichtweite von Willemstad. Sie hat zwei Kammern für die Berufsschifffahrt und zwei für Sportboote. Für diese beträgt die maximale Durchfahrtshöhe jedoch 19 Meter Plus. Über das Plus gibt …

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Von Amsterdam nach Willemstad

Erneuter Crewwechsel. Manfred und Jörg gehen von Bord, die ehemaligen Studienkollegen Alfred (Ali) und Paul kommen an Bord. Geplant ist eine gemütliche Bootstour durch die Holländischen Kanäle. Beim Einlaufen in den zweiten Teil der Staande Mastroute erleben wir eine Überraschung. Bei der in Leuchtschrift angegebenen Telefonnummer an der Westerkersschluis meldet sich niemand. Nach längerem Warten und weiteren Telefonaten erfahren wir, dass die Brücke nur nachts geöffnet wird und …

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Auf der Staande Mastroute nach Amsterdam

Leider muss Johanna schon am nächsten Tag nach Frankfurt zurück und verlässt die Moana Blu frühmorgens im Sportboothafen Zoutkamp. Wir folgen weiter der Staande Mastroute, übernachten am Stadtkai von Leeuwarden und im Jachthafen Boei (Lemmer). Am nächsten Tag überqueren wir das Ijsselmeer und müssen kurz vor der Einfahrt nach Amsterdam beidrehen, da heftige Schauerböen nur wenige Meter Sicht erlauben. Für die Strecke von Delfzijl nach Amsterdam haben wir vier Tage benötigt. Die …

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Pinksteren auf der Staande Mastroute

Nach dem gemeinsamen Start in Travemünde und den ersten Segeltagen müssen sich Johanna und Chaja zunächst noch einmal verabschieden, denn die letzten vier Wochen des Schuljahres soll Chaja nicht verpassen. Die Rückkehr nach Frankfurt fällt uns schwer – schließlich segelt die Moana Blu samt Alfred weiter auf der großen Route. Doch glücklicherweise gibt es im Frühsommer immer viele Feiertage und so nutzt Johanna Pfingsten für einen Überraschungsbesuch bei Alfred. Lediglich …

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