Corona

Über den Bordfunk werden regelmäßig Informationen oder oft nur Gerüchte oder Durchhalteparolen ausgetauscht. Die Crews versuchen verzweifelt, mit den jeweiligen Botschaften Kontakt aufzunehmen, was sich aber als sehr schwierig gestaltet. Die Hotlines sind völlig überlastet sind. Chaja drückt in Frankfurt beharrlich die Wahlwiederholtaste, bis es endlich gelingt, die panamaische Botschaft zu erreichen. Wir werden auf die Evakuierungsliste gesetzt.

Aber noch müssen wir an Bord ausharren. Dank unseres Wassermachers haben wir keinen Wassermangel und in den Schapps der Moana Blu findet sich vorläufig noch genügend Essbares. Bald wird auch zusätzlich vom Hafen aus ein Lieferservice für frisches Obst und Gemüse eingerichtet. Wir lassen unser Schlauchboot von der Maona Blu an einer langen Schnur wegtreiben. Die bestellten Waren werden dann von einem Hafenmitarbeiter in unserem Schlauchboot deponiert. Wir ziehen das Schlauchboot zu zu unserem Boot und können so die Lebensmittel entnehmen, ohne in näheren Kontakt mit den Zulieferern zu kommen.

Wir vertreiben uns die Zeit mit Lesen. Wir beobachten die Kaimane in nahen Mangrovensumpf. Wir fotografieren die zum Teil schon halb versunkenen Schiffswracks, die in der Bucht hinter dem Wellenbrecher liegen.

Endlich kommt die erlösende Nachricht: Wir werden von der deutschen Botschaft „evakuiert“. Die Moana Blu darf in die Shelter Bay Marine einlaufen, aber erst als das Fahrzeug der Bootschaft im Hafen auf uns wartet. Schnell machen wir das Boot am Steg fest, legen alles Essbare in einen bereitgestellten Korb und verlassen schweren Herzens die Mona Blu.

Auf dem Weg zum Flughafen in Panama Stadt passieren wir mehrere Straßensperren. Schwer bewaffnete Militärs kontrollieren uns mit Infrarotkameras auf Fieberverdacht. Am Flughafen angekommen stellen wir fest, dass das bereitgestellte Flugzeug der Lufthansa das einzige Flugzeug ist, das an diesem Tag Panama verlässt. Etwa einhundert deutsche Staatsbürger sind im sonst leeren Flughafengebäude versammelt und warten auf die Evakuierung. Wir steigen ein und sind 10 Stunden Später in Frankfurt.

Ich bin erleichtert der bedrückenden Situation der Quarantäne entkommen zu sein und vor allem darüber wieder als Familien zusammen zu sein. Es bleibt aber die Ungewissheit, wie es jetzt weiter geht. Wir hoffen in wenigen Wochen wieder nach Panama einreisen zu können um die geplante Reise durch die Südsee aufnehmen zu können.